BDAT unterstützt die Forderung zu befristetem Grundeinkommen

Das Bundespräsidium des BDAT unterstützt die Forderung des Deutschen Musikrates, in der Corona-Krise ein auf sechs Monate befristetes Grundeinkommen in Höhe von € 1.000 für alle freiberuflichen Kreativschaffenden zu gewähren.

Die Theaterlandschaft in Deutschland ist vielfältig und der Kreativbereich seit langem eng verflochten. Professionelle Kreativschaffende sind, ebenso wie im Musikbereich, auch bei Amateurtheatern freiberuflich tätig. Sie leiten Fortbildungsseminare, führen Regie und übernehmen auf Honorarbasis Aufgaben in weiteren künstlerischen Bereichen und Gewerken. Die Freischaffenden sind durch Veranstaltungsabsagen aufgrund der Corona-Pandemie in ihrer Existenzsicherung massiv bedroht. Die Einkommen der freiberuflich Kreativen brechen mit dem bundesweiten Shutdown sofort weg, während die Kosten weiterlaufen. Bei den durchschnittlichen Jahreseinkommen verfügen freiberuflich Kreativschaffende in Musik und Theater über keinen Spielraum für finanzielle Rücklagen. Deshalb hat das Bundespräsidium des BDAT beschlossen, die Forderung des Deutschen Musikrates zu einem befristeten Grundeinkommen zu unterstützen.
Auch die ca. 4.000 Amateurtheatervereine, davon allein 2.500 im BDAT organisiert, stellt die Pandemie vor enorme Belastungen und bedroht mittelfristig ihre Existenz. Mieten für Probenräume können nicht gezahlt werden, Ticketeinnahmen oder Sponsorenunterstützung brechen weg oder vorverkaufte Freilichtsaisonkarten müssen zurückerstattet werden. Wenn Theatervereine dadurch insolvent werden und sich auflösen müssen, können sie in der nächsten Saison keine Aufträge an professionellen Kreativschaffenden vergeben. Damit würde ein nicht unwesentlicher Anteil an der Existenzsicherung der Freien für einen längeren Zeitraum wegfallen.

Amateurtheater übernehmen wichtige kulturelle, aber auch soziale Aufgaben. Sie tragen zum guten gesellschaftlichen Miteinander bei. Diese gesellschaftlicheWirkung ist besonders in Zeiten von und nach Krisen nicht hoch genug einzuschätzen.

Forderung des Deutschen Musikrates zum befristeten Grundeinkommen
https://www.musikrat.de/aktuelles/detailseite/coronakrise-deutscher-musikrat-fordert-befristetes-grundeinkommen

Unterstützung von Amateurtheatern

Mich erreichte aktuell die Einschätzung von unserem BKM-Referat (Bundesbeauftragte für Kultur und Medien), dass auch Amateurtheater als Kleinunternehmen gelten können und somit Zugriff auf Fördermöglichkeiten für Kleinunternehmen und Soloselbständige der Länder oder des Bundes haben. Die Bundesregierung stellt zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und zur Überbrückung akuter Liquiditätsengpässe 50 Mrd. Euro an Corona-Soforthilfe-Mitteln zur Verfügung.

Vereine oder Stiftungen gelten nach Einschätzung von BKM demnach durchaus als „Unternehmen“, wenn sie (z.B. durch Ticketverkauf) „auf dem Markt tätig“ sind. Diese weite Definition ermöglicht Zugriff auf Fördermöglichkeiten. Damit sind die Maßnahmen für Klein- und Soloselbständige gemeint. Das würde Vereine betreffen, die Menschen angestellt haben, solche Fälle gibt es im Amateurtheater.

Der Bundesmusikverband, der Amateurmusiker, -orchester und –chöre vertritt, stellt auf seiner Seite dazu dar:
„Musikvereine, Chöre und Orchester sind i.d.R. antragsberechtigt, wenn sie gemäß der Definition von Kleinstunternehmen wirtschaftlich tätig sind, weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen und die Jahresbilanz unter 2 Mio. Euro liegt. Die Abgrenzung, was bei einem Verein zum wirtschaftlichen Tätigkeitsbereich (Anbieter eines Produkts am Markt, z.B. Eintrittskarten) gehört und was nicht, muss jeweils im Einzelfall vorgenommen werden.“
http://bundesmusikverband.de/covid-19/

Musterbrief zur Unterstützung

Bund Deutscher Amateurtheater e.V.                            Vorlage:  Christian Dennert

Stand: 20.03.2020  

Beispiel Musterschreiben Corona-Pandemie Unterstützung Amateurtheater an Bundesland

EIGENE BÜHNE / THEATERGRUPPE / LANDESVERBAND NRW

Ort, Datum (BEI BRIEFFORM)

Corona-Pandemie: Unterstützung der Amateurtheater


Sehr geehrter Herr / Sehr geehrte Frau (NAME),

zunächst hoffen wir, dass Sie und Ihr Umfeld vom Corona-Virus verschont geblieben sind und dies auch bleiben!

Als Verband für Amateurtheater tragen wir eine besondere Verantwortung nicht nur unseren Zuschauern und der Allgemeinheit gegenüber, sondern auch gegenüber unseren Mitgliedern.

Unsere Mitgliedsbühnen sowie wir selbst haben den Empfehlungen der Experten und der Bundesregierung folgend alle Veranstaltungen – kurz vor den Frühjahrsstücken und der Sommersaison – verantwortungsvoll gegenüber der Allgemeinheit abgesagt.

Die daraus resultierenden Konsequenzen treffen auch insbesondere unsere Mitgliedsbühnen, sowie uns als Verband, hart, da Ausgaben für laufende und kurz vor der Premiere stehende Inszenierungen (bzw. Theaterkurse) nicht durch Einnahmen wieder ausgeglichen werden können. Aufgrund von vereins- und steuerrechtlichen Vorgaben konnten unsere ehrenamtlich geführten und überwiegend als gemeinnützig anerkannten Mitgliedsbühnen (sowie wir) keine Rücklagen bilden. Wir befürchten daher, dass ohne staatliche Hilfe auch die Amateurtheaterszene in (BUNDESLAND NAME) leiden wird, Vereine vor der Insolvenz stehen werden und sich infolgedessen auflösen werden müssen. Dies würde einen großen Verlust für Kultur und Gesellschaft bedeuten.

(ENTWEDER) Umso erfreulicher ist die Zusage des Landes, dass die Kulturlandschaft in (BUNDESLAND NAME)  unterstützt werden soll.//

(ODER)// Deswegen ist es existenziell wichtig, dass das Land (BUNDESLAND NAME) die Kulturlandschaft in dieser Krisensituation unterstützt.

Hierbei bitten wir, auch die Amateurtheater zu berücksichtigen. Neben der existenzsichernden finanziellen Unterstützung, die die Vereine am Leben erhält, brauchen die vielen Ehrenamtlichen nun auch eine moralische Unterstützung vonseiten der Politik. Durch eine Finanzhilfe könnte dies als Geste der Wertschätzung die hohe Motivation der vielen Aktiven im Ehrenamt erhalten und somit zum Bestand der vielfältigen Amateurtheaterszene in (BUNDESLAND NAME) beitragen.

Wir bitten daher um wohlwollende Prüfung, ob und in welcher Form unsere Mitgliedsbühnen Unterstützung erfahren können. Gerne bieten wir als Verbandsvorstand unsere persönliche Beteiligung, z.B. in Form von Koordination und Abwicklung, an. Für Rückfragen oder einen Austausch stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund!

Wir freuen uns von Ihnen zu hören und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

(NAME, UNTERSCHRIFT)

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Musterschreiben Ende

Amarena – Ausschreibung Theaterpreis des BDAT

Mit der Etablierung eines bundesweiten, dotierten Amateurtheaterpreises verwirklicht der Bund Deutscher Amateurtheater eine Empfehlung der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages. Der Preis wird alle zwei Jahre, im Wechsel mit der Auslobung einer Innovationsförderung, ausgeschrieben.

Preisträgerfestival Die Preisträger werden zum „amarena – Deutscher Amateurtheaterpreis 2020“ Preisträgerfestival eingeladen, das voraussichtlich vom 10. bis 13.09.2020 in Baden-Württemberg stattfindet. Im Rahmen dieses Festivals stellen sie ihre Inszenierungen vor. Die Teilnahme ist für die Preisträger verpflichtend. Die Reise- und Unterkunft/Verpflegungskosten für die Preisträger werden vom BDAT übernommen.

Preisgeld Es werden Preisgelder von insgesamt 10.000 Euro vergeben.

Bewerbungsvoraussetzungen und Bewerbungsunterlagen  Bewerben können sich alle nicht professionellen Ensembles der Darstellenden Kunst. Eine Mitgliedschaft im BDAT ist nicht Voraussetzung für eine Bewerbung.  Theatergruppen, die den amarena Amateurtheaterpreis 2018 verliehen oder die Innovationsförderung 2019 erhalten haben, können sich erst 2022 zum amarena Amateurtheaterpreis bzw. zur Innovationsförderung 2021 wieder bewerben!  Eingereicht werden können Inszenierungen, die zwischen dem 1. Februar 2018 und 1. Februar 2020 Premiere hatten oder haben.  Schicken Sie bitte das Bewerbungsformular mit Informationen zur Theatergruppe, zur Inszenierung, sowie ein Online-Link (z.B. youtube, vimeo) der gesamten Inszenierung per Mail an amarena@bdat.info und postalisch 1x an BDAT, Lützowplatz 9, 10785 Berlin. Falls Sie kein Online-Link schicken können, senden Sie mir die Filmaufnahme in 3facher Ausführung (DVD/ USB Stick) postalisch zu.

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